So schreibt er, um sie zu veranschaulichen: Alle diese Stücke, jedes in seiner Art, enthalten Annäherungen an die Grenzempfindungen des Daseins und streben alle jenem ahnbaren Ausgleich zu, den ich am unvergleichlichsten einmal in einem Fragment antiker Musik dargestellt gefunden habe.35. Wir verdanken Rilke eine reiche und detaillierte Information über den Prozess seines Schaffens, den er seiner vielfachen Korrespondenz anvertraute. Das Rauschen des Windes besitzt eine starke emotionale Kraft, es zwingt das Ich zu einem Vergleich zwischen Lautsein und Stille («es überkommt mich»). Kann man diese außergewöhnliche Erfahrung mit jener von Lesern vergleichen, die, um ein Gedicht zu genießen, den situativen Kontext seiner Entstehung in Erfahrung bringen wollen? Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quïete io nel pensier mi fingo, ove per poco il cor non si spaura. Langsam um sich sehend, ohne sich sonst in der Haltung zu verschieben, erkannte er alles, erinnerte es, lächelte es gleichsam mit entfernter Zuneigung an, ließ es gewähren, wie ein viel Früheres, das einmal, in abgetanen Umständen, an ihm beteiligt war [...]. odo stormir tra queste piante, io quello Besteht am Ende die Aufgabe des Übersetzers lediglich darin, durch den Kampf mit dem fremden Text die Bedeutsamkeit und Ausdrucksfähigkeit der eigenen Sprache zu erweitern? Auch im zweiten Segment taucht man bei Rilke in eine religiöse Sphäre ein. Und daneben die alten Jahreszeiten und diese dieses Lautsein vergleiche mit jener endlosen Stillheit. odo stormir tra queste piante, io quello Er erwähnt ein kleines Fragment antiker Musik, das ihm einst Romain Rolland vorspielte. E come il vento odo stormir tra queste piante, io quello 10 infinito silenzio a questa voce vo comparando: e mi sovvien l'eterno, e le morte stagioni, e la presente e viva, e il suon di lei. Wie Hans-Georg Gadamer in Erinnerung ruft, hat «Hölderlin gezeigt, dass das Finden der Sprache eines Gedichts die totale Auflösung aller gewohnten Worte und Redeweisen voraussetzt»15. Ma sedendo e mirando, interminati Spazi di là da quella, e sovrumani Silenzi, e profondissima quiete Io nel pensier mi fingo, ove per poco Il cor non si spaura. Così tra questa. You also have the option to opt-out of these cookies. Und wenn in dem Buschwerk «per poco» hat im Italienischen die Bedeutung «quasi», «beinahe». infinito silenzio a questa voce Die Übertragung des L’Infinito blieb lange unbekannt. 962–963)11. But opting out of some of these cookies may have an effect on your browsing experience. Auch die Vorstellung eines Himmelsgebäudes, das auf der Erde ruht, ist uns von mittelalterlichen Liedern tradiert worden. Die Erinnerung ist eine zentrale Kategorie im L’Infinito. Rilke nähert sich der romantischen Vision Novalis’, dem träumen eine höhere Welt zu erreichen bedeutete. Ein besonderes Gewicht kommt also der Situation zu, die als Bühne der poetischen Subjektivität wirkt. silenzi, e profondissima quiete    das Herz erschrickt. Die Wiedergabe von «fingere» ist von großer Bedeutung in der Ökonomie des Gedichtes. Cosi tra questa. Eine zu genaue Übertragung verfehlt ihr Ziel. Sempre caro mi fu quest’ermo colle, e questa siepe, che da tanta parte dell’ultimo orizzonte il guardo esclude. Das Ergebnis der Begegnung beider Dichter ist mehr als ein linguistisches Experiment, es ist vielmehr der Versuch, jenseits der Grenzen und Differenzen durch Anverwandlung des Fremden in den eigenen Gestus die gemeinsame Sprache der Poesie zu sprechen. In einer der ersten Eintragungen des Zibaldone (Zib. L'infinito zo ur varzhoneg italianek, brudet bras en Italia, ... Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quïete io nel pensier mi fingo; ove per poco il cor non si spaura. Die italienische Sprache war Rilke vertraut; es existieren von ihm ja sogar kurze Gedichte auf Italienisch.21 Bemerkenswert ist seine Übertragung eines Teils der Rime Michelangelos. E come il vento. L'infinito Giacomo Leopardi Sempre caro mi fu quest'ermo colle, E questa siepe, che da tanta parte Dell'ultimo orizzonte il guardo esclude. Und wo unsere Taten enden, da heben die ihren erst recht an, fruchtbar zu sein.22. Im zweiten Teil des Textes wird die Dimension der Zeitlichkeit gesprengt: Nicht nur die Trennwand zur Natur ist gefallen, sondern auch jene, die die Lebenden von den Toten trennt. Diese verfasste Rilke als Begleitung bei der Versendung des Almanachs. Sempre caro mi fu quest’ermo colle, Der Ehrgeiz, den höchsten Grad der Äquivalenz zwischen den Sprachen zu erreichen, ist in beiden Fällen vorhanden. (Dante, Convito, trattato I, cap. Es handelte sich um eine Grabschrift in Noten aus dem fünften vorchristlichen Jahrhundert.46 In der idealistisch-humanistischen Konzeption Rilkes ist der Tod Teil des Lebens und kann mit dem Schlussakkord einer Melodie verglichen werden, der den Sinn des Ganzen in sich vereint. Sie offenbart die Unterschiede in der Weltwahrnehmung der beiden Dichter. Akribisch wird die methodische Art dieser Übertragung beschrieben: Non solamente conservano (secondo che si dice) il carattere dell’autore e del suo stile tutto intero, non solamente imitano, esprimono, rappresentano il genio e l’indole della rispettiva lingua, ma rispondono verso per verso, parola per parola, sillaba per sillaba, ai versi, alle costruzioni, all’ordine preciso delle parole, al numero delle medesime, al metro, al numero e al ritmo di ciascun verso, o membro di periodo, all’armonia imitativa, alle cadenze, a tutte le possibili qualità estrinsiche come intrinsiche, che si trovano nell’originale. Erinnerung kommt in Erlebnis als Produkt einer ekstasis ins Spiel. Unerklärliche Schwingungen durchziehen den Baum, er spürt, dass er auf die andere Seite der Natur geraten ist. Eine solche Lektüre erscheint plausibel, wenn man in seiner Übersetzung den Einfluss der biblischen und neu-testamentarischen Sprache aufspürt. Es wurde aber einem kleinen Ort bei Triest das Privileg zuteil, mit dem Namen des wichtigsten poetischen Werkes Rilkes verbunden zu bleiben: Duino.20 Im Jahr 1912 war das gastfreundliche Schloss der Fürstin von Thurn und Taxis-Hohenlohe eine Begegnungsstätte der Literatur und Kunst Italiens. In einem zweiten Moment wird die Anrufung des Unendlichen laut, und fast beiläufig werden noch «die alten Jahreszeiten und diese daseiende Zeit, die lebendig tönende» erwähnt. Sie kann die ‹evokatorische Kraft› eines Textes zur Entfaltung bringen: Wenn es nun darum gehen soll, die explizite oder implizite, verdeckte oder verweigerte poetische Botschaft aufzuweisen, die dem Leser im ästhetischen Genuß eines Gedichtes vermittelt wird, kann auch die strukturale Analyse nicht länger im kontextimmanenten Zirkel von induzierter Norm und Abweichung, Beschreibungssystem und Interferenz verbleiben.8. Eine treue Wiedergabe braucht also die Flexibilität des Mediums, aber auch individuelle Intelligenz und Sensibilität. This category only includes cookies that ensures basic functionalities and security features of the website. Auf Capri einmal, als ich nachts im Garten stand, unter einem Ölbaum und der Ruf eines Vogels über dem ich die Augen schließen musste, war gleichzeitig in mir und draußen wie in einem einzigen unterschiedslosen Raum vollkommen Ausdehnung und Klarheit.50. dell'ultimo orizzonte il guardo esclude. Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quïete io nel pensier mi fingo, ove per poco il cor non si spaura. Ma sedendo e mirando, interminati Spazi di là da quella, e sovrumani Silenzi e profondissima quiete Io nel pensier mi fingo; ove per poco Il cor non si spaura. Im Erlebnis vermag das lyrische Ich nicht zu sagen, ob seine Gefühlsempfindung angenehm ist oder nicht.43 Spiegelt sich in der Übersetzung des letzten Verses des L’Infinito, «Untergehen in diesem Meer ist inniger Schiffbruch», dieses Dilemma wieder? 2. Januar 1919, die die Einheit von Leben und Tod beschwören, sind wichtige Quellen. Es lässt sich klar erkennen, welche bildlichen Vorstellungen Rilkes Aufmerksamkeit gefesselt haben. Die Reflexion über moderne Sprachen beschäftigte Leopardi besonders in den Jahren zwischen 1821 und 1823. Wie existentiell wichtig für Rilke die Auseinandersetzung mit dem Fremden als Medium einer sprachlichen Kreativität ist, welche die Kommunikationsebene hinter sich lässt, wird eindringlich in einer Briefpassage festgehalten. Rilke scheint sie als Signale der Transzendenz wahrzunehmen. vo comparando: e mi sovvien l’eterno, Dennoch ist daraus, wie wir sehen konnten, eine neue Schöpfung entstanden, die mehr als eine Nachdichtung ist. E come il vento odo stormir tra queste piante, io quello Existentielle Bekenntnisse wie der meditative Text Erlebnis und dichterische Themen und figurative Elemente der Duineser Elegien suggerieren eine geistige Nähe zwischen beiden Dichtern. Hier erlebte er in einer Nacht ein Naturspektakel, indem er sah wie «ein in gespannten langsamen Bogen durch den Weltenraum fallender Stern [...] durch den Innen-Raum fiel» – die Einheit des Seins. Hier wurzelt die Dialektik zwischen Grenze und Entgrenzung, eine Thematik, die, wenn auch mit verschiedenen Akzenten, die beiden Dichter verbindet. Die metaphorische Rede suggeriert, dass die Sprache der Übersetzung eine Art Läuterung erfahren soll, denn «l’effetto dipende dalla camera oscura».    und die verstorbenen Jahreszeiten, und die jetzige, e viva, e il suon di lei. Das berühmte Incipit ist, was die syntaktische Reihenfolge betrifft, wortgetreu übersetzt; lediglich das Akkusativobjekt «Blick» gleitet in den folgenden Vers. Die Forderung des italienischen Dichters, nach der «die Wirkung eines Textes in einer Fremdsprache auf unseren Geist der Wirkung der Perspektiven, die in einer camera obscura gesehen und wiedergegeben werden, gleichen soll», hat er meisterhaft erfüllt. Der Fensterrahmen, der den Blick einschränkt, bewahrt davor, dass sich das Ich im Unendlichen verliert. Unter- «In der Jugend sah er über das Irdische hinaus, später durch das Irdische hindurch, in den Urgrund der Wesen vordringend», so Helmut Wocke.31, 3. 1. «Infinito» ist ein Schlüsselbegriff der ästhetischen Theorie Leopardis; sie ist in der Entwicklung seines Denkens ein privilegierter Gegenstand von Reflexion und poetischem, schöpferischem Ausdruck. The poem is a product of Leopardi's yearning to travel beyond his restrictive home town of Recanati and experience more of the world which he had studied. [Io nel pensier mi fingo]; ove per poco spazi di là da quella, e sovrumani Sie basiert auf der Gewissheit, dass die einzige Beziehung zur Unendlichkeit diejenige sei, die nicht durch Erkenntnis, sondern durch figuratività sensibile vermittelt wird. Kranke, leidende Menschen können, wenn ihre Seele feine Saiten trägt, viel müheloser zum Ewigkeitsempfinden kommen; denn sie dürfen alles träumen, was wir tun. Er meinte nie von leiseren Bewegungen erfüllt worden zu sein, sein Körper wurde gewissermaßen wie eine Seele behandelt und in den Stand gesetzt, einen Grad von Einfluß aufzunehmen, der bei der sonstigen Deutlichkeit leiblicher Verhältnisse eigentlich gar nicht hätte empfunden werden können. 2844–46). Der kontextuelle Rahmen: Ein Mensch, angelehnt an einen Baum in einem steil zum Meer abfallenden Garten, verharrt in einer totalen Bewegungslosigkeit, «völlig eingelassen in die Natur», zuerst verweilend «in einem beinah unbewussten Anschauen». spazi di là da quella, e sovrumani. Rilke trennt die beiden Gedanken durch einen Punkt. «Denn Rilke, dem selbst die Musik als hörbare Landschaft erschien, beschreibt das Dasein selbst als Raum», so Peter Szondi.32. Bekanntlich ist der Baum, eine der symbolbefrachtetsten Figuren Rilkes, die Chiffre für Vorgänge der Außenwelt, die als innere Vorgänge wahrgenommen werden. und daneben die alten Jahreszeiten und diese c) Sinnliche Wahrnehmung: George Steiner beschreibt den hermeneutischen Prozess der Übersetzung in vier Phasen: Vertrauen, Eindringen, Einverleibung und Konservierung. L’Infinito. Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quiete io nel pensier mi fingo; ove per poco il cor non si spaura. silenzi, e profondissima quiete. Das ganze Gewicht der Metapher lastet hier auf dem Adjektiv «innig». io nel pensier mi fingo; ove per poco . In Wirklichkeit handelt es sich um ein «Er», eine voce narrante. Eine ideale Übersetzung sollte als Produkt einer «Dialektik des Vertrauens» entstehen, eine Neuschöpfung werden, welche die Male des Kampfes zwischen zwei Sprachen an sich trägt. E come il vento Odo stormir tra queste piante, io quello Infinito silenzio a questa voce Vo comparando; e mi sovvien l'eterno, E le morte stagioni, e la presente E viva, e'l suon di lei. Segment Zweifellos erkennt man im Prosatext alle die Elemente, die auch die Situation des Gedichtes charakterisieren: die räumlichen und zeitlichen Komponenten des Geschehens sowie die Naturelemente, die das Tableau komponieren – Vegetation, Wind, Meer –, im Gespräch mit einem lyrischen Ich. Eine Naturbeschreibung wird zum existentiellen Erlebnis. Vo comprando: e mi sovvien l’eterno, E le morte stagioni, e la presente. Die Vorstellung des ‹infinito› bei Leopardi wird in einer herausfordenden Begegnung mit der Idee der Grenze geboren. den Blick zum äußersten Horizont versperrt. Seiner Gewohnheit nach mit einem Buch auf und ab gehend, war er darauf gekommen, sich in die etwa schulterhohe Gabelung eines strauchartigen Baumes zu lehnen, und sofort fühlte er sich in dieser Haltung so angenehm unterstützt und so reichlich eingeruht, dass er so, ohne zu lesen, völlig eingelassen in die Natur, in einem beinah unbewussten Anschauen verweilte. E come il vento odo stormir tra queste piante, io quello infinito silenzio a questa voce vo comparando: e mi sovvien l’eterno, e le morte stagioni, e la presente Dieses Ziel zu erreichen, vermag nach Leopardi allein die italienische Sprache: La lingua italiana, che in ciò chiamo unica fra le vive, può nel tradurre, conservare il carattere di ciascun autore in modo ch’egli sia tutto insieme forestiero e italiano. E come il vento. Die Differenzierung der sinnlichen Erfahrungen in den erinnerten Erlebnissen wird von Rilke ausdrücklich erwähnt: Und wie hier durch das Auge, so war mir schon früher einmal durch das Gehör diese Einheit angekündigt worden. Noch ausführlicher schildert Rilke das Capri-Erlebnis in seinem Taschenbuch; hier sind die Anklänge an das Gedicht Leopardis deutlich zu spüren: Er gedachte der Stunde in jenem anderen südlichen Garten, da ein Vogelruf draußen und in seinem Innern übereinstimmend da war, indem er sich gewissermaßen an der Grenze des Körpers nicht brach, beides zu einem ununterbrochenen Raum zusammennahm in welchem geheimnisvoll geschützt, nur eine einzige Stelle reinsten, tiefsten Bewusstseins blieb. Der Gedanke ist durchaus modern. (Zib. e viva, e il suon di lei. Das ist in dem Ton, den das Wort ‹Erlebnis› bis zum heutigen Tag hat, deutlich wahrnehmbar.33. e viva, e il suon di lei. Hügel und das Gehölz, das fast ringsum Der Dichter imaginiert grenzenlose Weiten, sowohl äußerliche («interminati spazi») als auch innerliche («profondissima quiete»), die seine Wahrnehmung über die rationale Sphäre hinaus erweitert. L'infinito. Wenn Rilke versucht, das ‹schwer zu beschreibende Erlebnis› in Sprache zu übersetzten, vermag am besten ein religiös besetztes, auditives Bild die nuancenreiche Vielfalt seiner synästhetischen Erfahrung zu illustrieren. Die Verwendung ohne Prädikate zeigt, dass der Kampf des Menschen mit seinen Dämonen unentschieden bleibt. L'infinito estas poemo verkita de la itala romantika poeto Giacomo Leopardi (29-an de junio 1798 - 14-an de junio 1837).La poemo estis verkita en 1818 kaj 1819 kaj eldonita en volumo de la poezia libro de Leopardi titolita "Idilli" (Idilioj) en 1826, en 1831 ĝi estis publikigita en la poezia kolekto I Canti (Kantoj). Die berühmten Übersetzungen seiner Zeit in deutscher Sprache betrachtet Leopardi kritisch13, denn die gleichsam mathematische Perfektion, ja die genaue Fokussierung auf die Form ist für den Dichter eine Schwäche, die er mit einer mangelnden Vollendung der deutschen Sprache erklärt, die geschmeidig und formbar sei wie Wachs. Die Berücksichtigung dieser situativen Momente impliziert keineswegs ein Urteil über die ästhetische Relevanz des Originals und der Übersetzung, wenn man diese als eigenständige poetische Schöpfung betrachtet. E come il vento Odo stormir tra queste piante, io quello Infinito silenzio a questa voce Vo comparando: e mi sovvien l’eterno, E le morte stagioni, e la presente E viva, e il suon di lei. Sempre caro mi fu quest'ermo colle, e questa siepe, che da tanta parte dell'ultimo orizzonte il guardo esclude.    Aber [hier] sitzend und schauend, grenzenlose, spazi di là da quella, e sovrumani Rilke fühlt sich mit dem Erlebnis des Offenen konfrontiert. Hügel und das Gehölz, das fast ringsum Hat Rilke aus dem Text Leopardis eine eigene Schöpfung, etwa im Sinne einer romantischen Moderne geschaffen? Rilke löst den Vers vom Kontext und übersetzt: «Und über ein Kleines geht mein Herz ganz ohne Furcht damit um». Infinito silenzio a queste voce Vo comparando: e mi sovvien l’eterno, E le morte stagioni, e la presente E viva, e il suon di lei. Sie erwächst aus einer Spannung «die im direkten Verhältnis zur Nähe zweier Sprachen und Geschichtsgemeinschaften steht.»6 Segment Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quïete io nel pensier mi fingo, ove per poco il cor non si spaura. E come il vento Une tâche de traducteur, autant qu’il s’agit d’un œuvre de poésie, demande, comme la création même, un poète en état de grâce –, et ce n’est pas cela que l’on serait commander, c’est pur don, ci cela se prête tôt ou tarde. Così tra questa Diese Skepsis ist auch Leopardi nicht fremd. Er ist vorbereitet, «junge Verstorbene des Hauses aus der Wendung des Weges heraustreten zu sehen». e questa siepe, che da tanta parte E come il vento Ma sedendo e mirando, interminati spazi di là da quella, e sovrumani silenzi, e profondissima quiete io nel pensier mi fingo; ove per poco il cor non si spaura. We also use third-party cookies that help us analyze and understand how you use this website. Im dritten Segment meldet sich die Natur mit der Stimme des Windes. Die Erzählung Erlebnis beginnt mit einem lyrischen Ich, dem etwas «Wunderliches» widerfährt. io nel pensier mi fingo; ove per poco. Vittorio Gassman - L'infinito. Die Hecke (la siepe) hindert den Blick und verwandelt dadurch in der Wahrnehmung einen begrenzten in einen unendlichen Raum. Dazu kam, dass er in den ersten Augenblicken den Sinn nicht recht feststellen konnte, durch den er eine derartig feine und ausgebreitete Mitteilung empfing; auch war der Zustand, den sie in ihm herausbildete, so vollkommen und anhaltend, anders als alles andere, aber so wenig durch Steigerung über bisher Erfahrenes hinaus vorstellbar, dass er bei aller Köstlichkeit nicht daran denken konnte, ihn einen Genuss zu nennen. 12) – ungefähr ein Jahr vor der Komposition von L’Infinito – formulierte er eine kühne Anforderung an den Übersetzer. Das Gedicht lässt sich in zwei Abschnitte einteilen. e il naufragar m’è dolce in questo mare. Hat etwa das Auslassen des Beiwortes «dolce», also «süß», in der Übersetzung des L’Infinito mit diesem Dilemma zu tun?    Unermeßlichkeit ertrinkt mein Denken. «Finzione» gleicht einer dichterischen Bewusstwerdung, die der Phantasie eine wichtige Rolle zumisst. Im Fall der Übersetzung des L’infinito scheinen mir diese Kenntnisse, die den existentiellen Weg Rilkes beleuchten, bedeutsam. Diese Erfahrung sollte einzigartig bleiben, denn Rilke übertrug keine weiteren Gedichte von Leopardi.2 Und doch kann man vermuten, dass die Begegnung eine tiefe Spur in ihm hinterließ. Infinito silenzio a questa voce 10. «Italien kannte und liebte ich seit meinem achten Jahr – es war in seiner Deutlichkeit und Vielfalt und Formfülle, sozusagen, die Fibel meines beweglichen Daseins» – so schreibt Rilke 1926.19 Kaum einer der sehenswürdigen Orte Italiens war ihm fremd. This website uses cookies to improve your experience while you navigate through the website. L'infinito (Rumänisch Übersetzung) Künstler/in: Vittorio Gassman (Vittorio Gassman, nato Gassmann) Lied: L'infinito 10 Übersetzungen; Übersetzungen: Deutsch, Englisch, Französisch #1, #2, Portugiesisch, Rumänisch #1, #2, Russisch, Schwedisch, Spanisch Italienisch . Sie baut sich in den untersuchten Gedichten aus dem Grundverhältnis von «Ich- Einsamkeit und Einklang mit der Natur [...] über die Nähe des erlebten Raumes [...] und der erlebten Zeit [...] zur räumlichen Ferne [...] bis zum kosmologischen Horizont [...] auf.»30 Einen Schlüssel zu den metaphysischen Bedingungen des menschlichen Daseins suchte Rilke im seelischen Erlebnis zu erreichen: Gegenüber der Abstraktion des Verstandes ebenso wie gegenüber der Partikularität der Empfindung oder Vorstellung impliziert dieser Begriff die Verbindung zur Totalität, zur Unendlichkeit. Ma sedendo e mirando interminati Spazi di la da quella, e sovrumani Silenzi, e profondissima quiete, Io nel pensier mi fingo, ove per poco Il cor non si spaura. Wir haben es mit einer dreifachen Brechung zu tun, die man so beschreiben könnte: Metaphorisch konkretisiert sich die Figur der Unendlichkeit im Bild der Grenze sowie in den Formelementen der Erinnerung und der sinnlichen Wahrnehmung. Die Materialität und die Form der Sinnenwelt werden sowohl im Gedicht als auch in den Erlebnissen Rilkes reflektiert. Sempre caro mi fu quest’ermo colle, Stets lieb war mir dieser einsame Hügel, e questa siepe, che da tanta parte und diese Hecke, die größtenteils. aufrauscht der Wind, so überkommt es mich, daß ich L’infinito Das Unendliche. «Wo Rilke den Klang eines Gedichtes als unnachahmlich empfand [...], übersetzte er nicht – nicht weil die Schwierigkeiten objektiv größer waren als sonst, sondern weil die Inspiration sich nicht einstellte, von der er die Entstehung der Übertragung wie des originalen Gedichts abhängig machte».26 Er war überzeugt, dass eine gute Übersetzung ein Geschenk ist, das «un poète en état de grâce» verlangt, einen Zustand, der sich freilich nicht auf Befehl einstellt und ein schöpferischer Vorgang ist. Juni 1826 an Francesco Pacinotti bekennt er resignierend: «la perfetta poesia non è possibile a trasportarsi nelle lingue straniere».18. "L'infinito" L'INFINITO - UNENDLICHKEIT Sempre caro mi fu quest'ermo colle, Stets war mir dieser arme Hügel lieb E questa siepe, che da tanta parte Und dies Gebüsch, das meinem Blick den Kreis Dell'ultimo orizzonte il guardo esclude. Im letzten Teil des L’Infinito wird die Vergänglichkeit zum Thema: Das Meer, als Metapher des Unendlichen und des Lebens zugleich, empfängt das lyrische Ich und gibt es einem sanften kosmischen Auflösungsprozess anheim. The poem is a product of Leopardi's yearning to travel beyond his restrictive home town of Recanati and experience more of the world which he had studied. L’infinito Sempre caro mi fu quest’ermo colle, e questa siepe che da tanta parte dell’ultimo orizzonte il guardo esclude. Aber Nachahmung ist nicht Kopie. Das literarische Klima im Europa der Goethezeit war von einem glühenden Interesse für die Thematik der Übersetzung geprägt. Sempre caro mi fu quest’ermo colle,